Weiterbildung "Traumasensible Systemische Seelsorge"

Termin
Di. 24.11.2026, 10:00 - Mi. 25.11.2026, 17:00
Wandlungs-Räume – Traumasensible Systemische Seelsorge bedeutet einen grundlegenden Perspektivenwechsel: „In systemischer Seelsorge rücken vielschichtige und sich wandelnde Beziehungssysteme in den Mittelpunkt des Verstehens und Bemühens. Auf deren Hintergrund werden auch einzelne Menschen je in ihrer Besonderheit verstanden. Zudem werden sie in umfassenderen Kontexten verortet“ (Morgenthaler 2019, Systemische Seelsorge, S. 15).
Beschreibung
Auf der Basis einer systemischen Weltsicht, eines ebensolchen Menschenbildes und grundlegender systemischer (Lebens-)Haltungen finden ressourcenfokussierte, kreative, Körper, Geist und Seele gleichermaßen einbeziehende und oft humorvolle Methoden Eingang in die seelsorgliche Arbeit. Traumasensible Seelsorge basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen einer neurobiologisch fundierten Psychotraumatologie, die zeigt, dass sich die Folgen psychischer Traumatisierungen in besonderen Symptomatiken und Verhaltensweisen sowie typischen Denk-, Fühl- und Erlebensmustern zeigen. Diese gilt es zu (er-)kennen und entsprechend fachlich angemessen darauf zu reagieren, denn oftmals stehen andere psychische Phänomene (z.B. Depression, Sucht, körperliche Symptome) im Vordergrund. Der seelsorgliche Kontakt mit traumatisierten Menschen stellt so eine große persönliche und fachliche Herausforderung dar. Traumasensible Seelsorge funktioniert daher nach ganz eigenen Prinzipien, die sich von der Seelsorge in anderen Bereichen z.T. grundlegend unterscheiden. Klassische Seelsorgemodelle können sogar kontraindiziert sein und zu Re-Traumatisierungen führen. Die vier-modulige Weiterbildung verbindet Systemisches Denken und Handeln mit einer grundlegenden Traumasensibilität. Sie bewegt sich entlang dem von Ralph Kirscht entwickelten traumasensiblen Seelsorgemodell „Wandlungs-Räume“. Sie vermittelt u.a. ein breit angelegtes theoretisches und praktisches Wissen zur Phänomenologie psychischer Traumatisierungen (u.a. Diagnostik und ein Stress-Informations-System-Modell sowie neurobiologische Grundlagen), zu traumasensibler Beziehungsgestaltung und Grundhaltungen im Umgang mit traumatisierten Menschen, zur grundlegenden Ressourcen- und Lösungsorientierung und weiteren systemischen Haltungen und Methoden, zu traumasensibler (systemischer) Biographiearbeit und einem kreativ-narrativen Umgang mit biblischen (Trauma-)Texten. Schließlich werden auch die Besonderheiten in der Seelsorge mit Menschen, die in kirchlichen und religiösen Kontexten traumatisiert wurden, sowie die Auswirkungen von Traumatisierungen in irritierten Systemen in den Blick genommen.  Ein eigenes Thema bildet auch die Selbstfürsorge derer, die in der Seelsorge mit traumatisierten Menschen arbeiten. Neben den fundierten theoretischen Inputs vermittelt die Weiterbildung auch eine breite Auswahl an konkreten (insbesondere systemischen) Methoden für eine Traumasensible Systemische Seelsorge. Die Weiterbildung wendet sich an Seelsorgerinnen und Seelsorger unterschiedlichster seelsorglicher Settings (und kirchlicher Kontexte), in denen sie traumatisierten Menschen begegnen können und die besonders an einer systemischen Ausrichtung von Seelsorge interessiert sind. Die Teilnehmenden sind ausdrücklich eingeladen, Beispiele aus der eigenen Praxis für die Fallarbeit mitzubringen. Details zum Curriculum finden Sie hier:
 
Veranstaltungsort
+punkt. Kirche INF 130
Im Neuenheimer Feld 130.2
69120 Heidelberg
Veranstalter
Institut für Klinische Seelsorgeausbildung (KSA)
Gaisbergstraße 58
69115 Heidelberg
Telefon: 06221/905020